Travel Impressions: San Francisco

Im Moment schwelge ich wieder in Kalifornien-Erinnerungen und wollte heute einmal aufschreiben, was wir 2018 in San Francisco und Umgebung gemacht haben.

Leider herrschen nördlich von San Francisco im Weinanbaugebiet Sonoma County aktuell wieder schlimme Waldbrände, nähe der Stadt Santa Rosa. Dort haben wir vor unserer San Francisco Station einen Tag Halt gemacht. Weil wir zwei Tage zuvor am Lake Tahoe anscheinend verdorbenes Fleisch gegessen hatten, ging es mir nicht so gut und ich habe den ganzen Tag im Bett gelegen. Vielleicht war dies auch einfach mal notwendig, wenn man auf einem Roadtrip jeden Tag von Stadt zu Stadt fährt und neue Eindrücke sammelt. Das schlaucht schon ganz schön. Eigentlich wollten wir uns hier Weingüter oder Obstplantagen anschauen, aber die, die wir gefunden hatten, konnte man sich nur mit Vorabbuchung und Menü etc. anschauen. Dies hätte sich für mich eh nicht gelohnt, da ich nicht so viel Wein getrunken hätte, wie so eine Besichtigung gekostet hätte. Auf der Fahrt von Santa Rosa nach San Francisco haben wir uns mit dem Auto ein wenig die Landschaft angeschaut und sind dann an einigen Weingütern vorbeigefahren. Generell ist der Wein dort auch super teuer. Für uns selbst und als Mitbringsel wollten wir Wein kaufen, haben es aber nicht gemacht und hinterher festgestellt, dass eine Flasche dort teilweise 30 $ kostet und die gleiche Flasche bei uns in Deutschland nur 6 €.

Wir sind von Norden nach San Francisco reingefahren. Das heißt, das erste was wir gesehen haben, war die Golden Gate Bridge. Mein Freund war ein paar Jahre vorher schon mal da, aber für mich war es etwas ganz Besonderes. Er wollte mit mir über die Brücke laufen und es war super windig und voll. Ich war total am Nörgeln, weil mir das alles zu viel war und habe kurz einen Heul-Anfall bekommen. Aber tatsächlich war es emotional einfach plötzlich so viel. Für mich hatte die Golden Gate Bridge eine ganz besondere Bedeutung und so waren es eher Freudentränen. Ich habe den Ort immer auf Fotos gesehen und aufgrund gesundheitlicher Rückschläge, hätte ich nie gedacht, dass ich dort einmal sein werde. Mein Freund dachte, ich wäre so genervt von allem, aber ich habe mich einfach so gefreut. Ich hatte seit langer Zeit endlich mal wieder das Gefühl, dass ich alles erreichen kann, was ich mir wünsche. Wir sind dann neben der Golden Gate Bridge einen kleinen Wanderweg hochgegangen. Dort waren überall hübsche Wildblumen. Oben gab es dann einen Aussichtspunkt, an dem auch viel weniger los war und wir konnten trotz starkem Wind, den Ausblick auf die Stadt genießen.

Generell würde ich sagen, dies war einer der schönsten Momente auf unserem Roadtrip.

Danach haben wir uns Richtung Hotel aufgemacht. Der Weg dahin war super aufregend, weil das Navi uns direkt über ein paar der steilsten Straßen von San Francisco geleitet hat. Super cool und tatsächlich so, wie man es im Fernsehen sieht. Unser Hotel war am Union Square nähe Chinatown und Financial District. Geparkt haben wir in einem Parkhaus direkt in der Nähe. Was man wissen muss: San Francisco ist mega, mega teuer. Kein Vergleich zu anderen Orten, auch viel extremer als Los Angeles. Mein Freund war ja schon mal kurz hier und ihm hatte San Francisco damals gar nicht gefallen. Also hatten wir nur zwei Nächte gebucht. Im Nachhinein fand er es mit mir aber super toll und wir wären, wenn es nicht so teuer wäre und uns nicht die Zeit davon gelaufen wäre, gerne länger geblieben. Auch das Essen ist super teuer. Wir waren den einen Abend total unentschlossen, was wir essen wollten und haben uns abends in der Nähe bei Pachino Pizzeria eine Pizza für das kleine Hotelzimmer geholt, um nicht ganz so teuer essen zu gehen. Die Pizzen haben zusammen auch ca. 40 $ gekostet, waren aber extrem lecker. Ich hatte den letzten Tag nicht viel gegessen und heute war mein Geburtstag. Da ich aber eh nicht so gerne schick essen gehe, war es ein gemütlicher Tagesabschluss. Ansonsten haben wir am ersten Nachmittag nur ein wenig die Gegend um das Hotel erkundet und waren in der Innenstadt in der Haupteinkaufsgegend und im Levi’s Flagship Store. Ich fand die Hochhäuser total cool und auch die typischen Feuerleitern an den Häusern. Durch die Hochhäuser fühlte es sich das erste Mal nach richtiger amerikanischer Großstadt an.

Nächstes Mal würde ich aber ein Hotel in einer anderen Gegend nehmen, zum Beispiel im Mission District. Aufgrund meiner generellen Aufregung und Angst vor dem langen Flug, hatte ich mich gar nicht informiert, um nicht noch nervöser zu werden. Das Mission District ist quasi ein Hipster-Viertel mit super hippen Geschäften, vielen jungen Leuten und Street Art. Hier hätte ich Stunden verbringen können. Wir sind am nächsten Tag direkt dorthin gefahren, weil ich unbedingt zu Everlane auf der Valencia Street wollte. Neben Glossier ein Laden, dem ich schon jahrelang auf Instagram folge und von der Philosophie der Transparenz und dem minimalistischen Stil total angetan bin. Wir sind dort übrigens mit der U-Bahn hingefahren. In Los Angeles sollte man die öffentlichen Verkehrsmittel ja eher meiden (wobei das mittlerweile wahrscheinlich auch nicht mehr ganz so ist). In San Francisco ist dies auf jeden Fall total safe und wir haben uns ein zwei Tages Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel gekauft. Bei Everlane angekommen, war auf eine Schlange vorm Laden und als wir rein durften habe ich verschiedene Dinge anprobiert. Mit durften eine Hose und ein paar Schuhe. Vor unserer Reise hatte ich dort aber auch schon mal eine Seidenbluse bestellt und inzwischen auch wieder ein paar Dinge, aber zur Sicherheit online nur Oberteile oder Accessoires. Hosen und Schuhe würde ich nicht bestellen, da ich im Laden festgestellt habe, dass alles total unterschiedlich ausfällt. Die Valencia Street ist total cool. Wir waren in mega schönen Concept Stores und bei Ritual Coffee. Ein ganz besonderer Laden ist The Scarlet Sage Herb Co., in dem es alle möglichen Kräuter, Bücher, Tarotkarten, Edelsteine und alles andere zum Thema Holistic Health gibt. Dort finden auch regelmäßig Workshops zu diesen Themen statt und die Beratung ist super. Wenn ich in San Francisco wohnen würde, wäre ich immer dort. Hier habe ich mir Räucherstäbchen und einen Blue Lace Agate mitgenommen. Ich liebe auch den Instagram des Ladens. Dort gibt es immer wieder Tipps zu diesen Themen.

Danach haben wir uns zurück zur Straßen-Bahn aufgemacht, weil wir noch viel auf unserem Plan hatten. Auf dem Weg dorthin sind wir zufällig am bekannten und super vollen Mission Dolores Park vorbeigekommen, worüber ich mich mega gefreut habe. Von dort sind wir in die Straßenbahn Richtung Strand eingestiegen. In der Bahn waren „echte“ Hippies. Das haben wir also auch erlebt. Bevor es zum Strand ging, sind wir ausgestiegen und in Case for Making in der Judah Street, einen Künstlerbedarfs-Laden, gegangen, den ich ebenfalls von Instagram kannte, wo ich mir unbedingt eine Wasserfarbe kaufen wollte. Ich liebe das Konzept. Direkt daneben, ging es kurz in den General Store, den es auch in L.A. gibt,   und danach zum Ocean Beach, einem tollen Strand, an dem ich gerne einen ganzen Tag verbracht hätte. Er gefiel uns viel besser, als die sonstigen Strände in Kalifornien, vor allem weil es an diesem Tag einmal nicht nebelig war. Sonst ist wohl auch hier oft Nebel und zum Schwimmen ist die Strömung wohl zu gefährlich. Direkt in der Nähe ist übrigens die Dutch Windmill, aber die fanden wir als Europäer unnötig anzuschauen.

Gegend späten Nachmittag sind wir weiter gefahren zu den Painted Ladies, fanden es dort aber nicht so besonders. Mit dem berühmten Cable Car ging es zur für ihre Steilheit und Serpentinen berühmten Lombard Street, die natürlich voll von Touristen war. Ich fand es irgendwie komisch, wie alle davon Fotos gemacht haben. Wir sind lieber auf einer Nachbarstraße, der Filbert Street, die auch super steil war, Richtung Fisherman’s Wharf weitergelaufen. Hier haben wir Fisch gegessen, haben uns den Sonnenuntergang und den Blick auf Alcatraz angeschaut. Mir war es dort aber wieder viel zu touristisch mit vielen Billigshops. Mit dem Cable Car wollten wir auch wieder zurück zum Hotel. Die Schlange war aber so lang, dass wir erst zu Fuß und dann mit dem Bus zurückgefahren sind. Dadurch haben wir aber auch nochmal ein paar andere Ecken gesehen.

Am letzten Tag sind wir morgens noch einmal kurz durchs Financial District gelaufen und haben uns nach einem kleinen Frühstück im Working Girls Café aufgemacht Richtung Highway 1. Vorher haben wir aber trotz Hitze noch einen Abstecher zur Stanford University gemacht. Da es ein Sonntag war, haben wir den normalen Uni-Betrieb nicht mitbekommen. Ich fand es aber trotzdem interessant. Wir waren dort in einer kostenlosen Kunstausstellung und sind über den Campus gelaufen, der absolut nicht mit deutschen Unis zu vergleichen ist. Es muss toll sein, dort zu studieren.

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